Hilfe für von Corona betroffenen Unternehmen im LK Fulda

Die Corona-Pandemie macht dem Handwerk immer zu schaffen

Vollversammlungen konnten nicht stattfinden

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass vieles anders ist als gewohnt. So lädt die Handwerkskammer Kassel normalerweise zweimal im Jahr satzungsgemäß zur Vollversammlung ein. Nachdem bereits die 139. Vollversammlung im Juni coronabedingt verschoben werden musste, konnte jetzt angesichts der hohen Zahl an Covid-19-Infizierten in der Region weder der Nachholtermin noch 140. Vollversammlung als Präsenzveranstaltung stattfinden.

Handwerkskammer Kassel
Handwerkskammer Kassel

Diese Entscheidung hatte der Vorstand der Kammer gefasst, um „die Gesundheit unserer Betriebsinhaber und ihrer Familien sowie ihrer Mitarbeiter und deren Familien nicht zu gefährden“, begründete Kammerpräsident Heinrich Gringel in einem Schreiben an alle Vollversammlungsmitglieder den Entschluss, das Handwerkerparlament nicht einzuberufen. „In dieser außer-gewöhnlichen Situation haben wir ein Umlaufbeschlussverfahren gewählt, um unserem gesetzlichen Auftrag nachzukommen und als Selbstverwaltung des Handwerks weiterhin arbeitsfähig zu sein.“ Also erhielten alle Vollversammlungsmitglieder die benötigten Unterlagen zu den Punkten, über die das Handwerkerparlament sonst vor Ort abgestimmt hätte, per Post.

Ebenfalls mit in der Post war auch die Einschätzung der Lage des Handwerks von Kammerpräsident Heinrich Gringel. Wie nicht anders zu erwarten, bestimmt das Pandemie-Geschehen die Situation der Betriebe in Nord-, Ost- und Mittelhessen in diesem sowie ihre Entwicklung im kommenden Jahr. „Auch wenn das Virus unsere Betriebe ganz unterschiedlich getroffen hat, verschärft sich mittlerweile für viele Handwerksunternehmen, die unmittel-bar oder mittelbar von den aktuellen Schließungsregelungen betroffen sind, die Lage zusehends“, befürchtet der Kammerpräsident.

So hatte sich zwar die Lage im Handwerk nach der konjunkturellen Talfahrt während der ersten Coronawelle bereits im Sommer wieder stabilisiert und im Herbst eine deutliche Erholung erfahren. Aber dieser Aufholprozess, so Gringel weiter, dürfte durch die aktuellen Entwicklungen bereits jetzt schon wieder gestoppt sein. Zwar machten jüngste Meldungen über die Marktreife mehrerer Impfstoffe Mut, allerdings würden sicher noch viele Monate ins Land gehen, bis sich das Leben in Deutschland wieder normalisiert habe. „Insofern kommt es jetzt darauf an, dass die Handwerksbetriebe so gut wie möglich durch die nächsten Monate kommen.“ Dabei gelte es darauf zu achten, dass die Betriebe trotz der anhaltenden Beschränkungen keine Liquiditätsengpässe bekämen, damit es im kommenden Jahr nicht eine steigende Zahl von Insolvenzen gebe.

Von der Corona-Krise seien die Betriebe im Kammerbezirk aber nicht nur wirtschaftlich betroffen, auch auf die Sicherung von Nachwuchskräften hatte das Virus gravierende Auswirkungen. So konnte das Handwerk in Nord-, Ost und Mittelhessen in diesem Jahr deutlich weniger Ausbildungsverträge abschließen. Mitte November verzeichnete die Kammer 2.684 neu eingetragene Lehrverträge, einem Minus von 8,3 Prozent.

Als Grund für diesen Rückgang nannte Gringel den coronabedingten Ausfall der Berufsorientierung in den Schulen und der Nachwuchswerbung des Handwerks. Da bereits heute viele Betriebe auf der Suche nach Fachkräften seien, gelte es, diese Entwicklung im kommenden Jahr zu stoppen und wenn möglich sogar wieder umzukehren.

Dabei setzt die Kammer verstärkt auf digitale Formate, die Schüler, ihre Eltern und Lehrer sowie Unternehmen bereits in diesem Jahr gut angenommen hätten. „Zuversichtlich stimmt mich, dass wir keine Anzeichen dafür haben, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nachgelassen hat.“ Die Kammer werde also weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die Betriebe bei ihrer Nachwuchssicherung zu unterstützen. Dabei werde auch die neu ausgerichtete Imagekampagne des deutschen Handwerks helfen.

Allen Entscheidungen, unter anderem über den Kammerhaushalt, Nachträge sowie Haushaltspläne, aber auch die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung für das zurückliegende Jahr, die Höhe des Kammerbeitrags, die Bildung von Rücklagen sowie zahlreiche Fragen der beruflichen Bildung, stimmten die Mitglieder des Handwerkerparlaments auch auf diesem ungewöhnlichen Weg mit der erforderlichen Mehrheit zu.

Ansprechpartner:
Handwerkskammer Kassel
Barbara Scholz
Scheidemannplatz 2
34117 Kassel
Tel.: +49 561 7888-0
www.hwk-kassel.de

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