Gründerförderung im Rahmen des Regionalen Standortmarketings

Bewerber für den Hessischen Gründerpreis gesucht

Die Förderung einer Gründerkultur ist eine der wichtigsten Aufgaben der Wirtschaftsförderung. Im Rahmen eines Pressegesprächs zog Regionalmanager Christoph Burkard jetzt eine Zwischenbilanz der Gründerförderung in der Region Fulda und stellte die Ergebnisse einer Umfrage bei den Teilnehmern des heimischen Gründernetzwerks vor. Gleichzeitig präsentierten sich die Verantwortlichen der Gründertage Hessen, die auch in diesem Jahr den unter Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Tarek-Al Wazir stehenden Hessischen Gründerpreis vergeben. In Fulda steht ein ganzes Sponsoren- und Mentorennetzwerk bereit, um heimische Bewerber um die höchste Hessische Gründerauszeichnung zu unterstützen.
Erfahrungsaustausch im Gründernetzwerk
Das Regionale Standortmarketing setzt in der Region Fulda auf den Netzwerkgedanken mit Gründerfrühstücken, Gründerabenden, Innovationsabenden und letztlich auch mit einer Gründercommunity im Informationstechnologie-, Gründer- und Multimediazentrum (kurz ITZ-Fulda).Im ITZ-Fulda sind in den letzten 14 Jahren mehr als 350 Arbeitsplätze entstanden. Gleichzeitig hat sich im Umfeld des ITZ ein Gründernetzwerk mit annähernd 400 Köpfen entwickelt: Gründern, Jungunternehmern, Beratern, Bankern und natürlich auch erfahrenen Unternehmern. Jedes Jahr stehen sechs bis acht Gründerfrühstücke und jeweils zwei Gründer- und Innovationsabende sowie eine Gründerwanderung mit insgesamt mehr als 600 Teilnehmern auf dem Programm.

Gruenderabend-ITZ_Fulda
Sie freuen sich auf möglichst viele erfolgreiche Bewerber für den Hessischen Gründerpreis: von links: Andrea Giesler Wirtschaftsjunioren Fulda, Martin Räth IHK Fulda, Manfred Gerhard VR-Genossenschaftsbank Fulda e.G, Thorsten Vogt Wirtschaftsjunioren Fulda, Frank Moritz G+M Steuerberatung, Uwe Bergmann Nethinks, Martin Brust Hessischer Gründerpreis, Udo Wenderoth VR-Genossenschaftsbank Fulda e.G., Anna Hain Cafe Glück, Christopher und Bastian Nitzschke mein-monteurzimmer.de, Ottokar Schwer Arbeitsagentur Fulda, Gabriele Leipold Handwerkskammer Kassel, Alexander Altstadt Sparkasse Fulda, Christoph Burkard Standortmarketing, Stephan Golla Hochschule Fulda. Foto: Christine Görlich

Im Rahmen einer Evaluierung hat das Regionale Standortmarketing jetzt erhoben, wie die Mitglieder des Gründernetzwerks die angebotenen Leistungen bewerten. Die Antworten unterstreichen nach den Worten von Regionalmanager Christoph Burkard die Bedeutung eines gemanagten Gründernetzwerks. Zwei Drittel der Unternehmen, die antworteten, wurden in den letzten fünf Jahren gegründet. Durchschnittlich hat jeder Gründer neben seinem eigenen auch einen weiteren Arbeitsplatz geschaffen. Vier von fünf Gründern machten sich im Dienstleistungsbereich selbständig sowie jeweils 10 Prozent im Handwerk und im Handel. Bei der Bewertung des persönlichen Nutzens schätzen die Befragten die angebotenen Veranstaltungen und Leistungen im Rahmen des Gründernetzwerks auf einer Skala von 1 (=sehr nützlich) bis 5 (=weniger nützlich) wie folgt ein.

Rangfolge der Nutzeneigenschaften:
1.    Erfahrungsaustausch mit anderen Gründern und Jungunternehmern
2.    Fachvorträge (rechtlich, wirtschaftlich)
3.    Kontakte zu etablierten Unternehmen aus der Region
4.    Kontakte zu Vertretern von Behörden u. Verbänden wie IHK oder HWK
5.    Kontakte zu Unternehmensberatern
6.    Kontakte zu Bankern
7.    Günstige Finanzierungsangebote heimischer Banken

Unterschiedliche Formate zum Netzwerken
Im Rahmen der Gründerfrühstücke erhalten jeweils Gründer und Jungunternehmer die Möglichkeit ihre Geschäftsidee oder ihr Unternehmen in einem halbstündigen Vortrag im Bistro des ITZ Fulda vorzustellen. Für manche, so Burkard, wird dann der Barhocker des Bistro´s auch schon mal zu einem heißen Stuhl. Denn aus den Reihen der  Zuhörer werden natürlich auch kritische Fragen gestellt. Letztlich kommt diese Rückkopplung aber den Präsentierenden zu Gute. Bewährt hat sich auch der Gedanke, von Zeit zu Zeit Unternehmer nach den ersten drei bis fünf Berufsjahren über ihre Erfahrungen berichten zu lassen. Eine Mischung aus gestandenen und jungen Unternehmern kommt im Rahmen der Gründerabende zu Wort. Hier wie auch beim Gründerfrühstück steht im Anschluss an die offiziellen Vorträge das Netzwerken im Vordergrund.
Eine Besonderheit stellt der Innovationsabend dar. Bei diesem Format haben bis zu zehn Unternehmer die Möglichkeit ihre Geschäftsidee oder Innovation in fünfminütigen Kurzvorträgen, so genannten Elevator-Pitches, vorzustellen. Daran an schließt sich ein organisiertes Speeddating mit jeweils zehnminütigen Gesprächen, zu denen sic h die Teilnehmer bereits vorher im Online anmelden konnten. Jeder Innovationsabend beginnt mit einem Key-Note-Vortrag eines erfolgreichen Unternehmers aus der Region. Und natürlich endet der Abend im geselligen Networken.
Der nächste, der 4. Fuldaer Innovationsabend steht am 8. Juli 2015 im ITZ-Fulda auf dem Programm. Als Key-Note-Sprecher wird Joachim Finger das Unternehmen Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG vorstellen.

Preisträger für den 13. Hessischen Gründerpreis gesucht
„Existenzgründungen bringen neue Ideen auf den Markt und fördern damit den Erneuerungsprozess unserer Wirtschaft. Deshalb gilt es, Gründerinnen und Gründer mit guten Rahmenbedingungen zu unterstützen. Veranstaltungen wie die Gründertage Hessen tragen erheblich zum guten Gründerklima unseres Bundeslandes bei. Hier kann man sich über die Fördermöglichkeiten auf dem Weg in die Selbstständigkeit informieren, hier können sich Wirtschaftsförderer fachlich austauschen. Die Verleihung des Hessischen Gründerpreises verschafft diesem wichtigen Thema zusätzliche Aufmerksamkeit und rückt erfolgreiche Gründungen ins Rampenlicht“, sagt der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Deshalb hat Minister Al-Wazir erneut die Schirmherrschaft für die Hessischen Gründertage und den Hessischen Gründerpreis übernommen und wird den Preis im November in Neu-Isenburg verleihen.
Diesen Moment haben Bastian und Christopher Nitzschke aus Fulda-Künzell bereits miterlebt. Die beiden Gründer von mein-Monteurzimmer.de waren Sieger in der Kategorie Arbeitsplätze beim Hessischen Gründerpreis 2014 – und haben nach eigenen Angaben sehr von der Teilnahme profitiert. Bereits im Bewerbungsprozess hatten die beiden Jungunternehmer viel mediale Aufmerksamkeit. Mit der Auszeichnung konnten sie dann „zahlreiche neue Kunden auf uns aufmerksam machen“, aber auch den Unternehmer Reinhold Würth, bei dem die beiden im September eingeladen sind. „Wir können jedem jungen Unternehmen aus Hessen einen Bewerbung für den Hessischen Gründerpreis nur wärmstens ans Herz legen“, so das Fazit der beiden.

Auch 2015 Mentorenprojekt beim Hessischen Gründerpreis
2014 startete der Hessische Gründerpreis als zusätzlichen Nutzen für die Preisträger ein Mentorenprojekt. Dabei werden nach Branchen und regional passende Paare aus Gründern und erfahrenen Unternehmern und Unternehmerinnen gebildet. Für die Dauer eines halben Jahres bekommt der Nachwuchs so Mentoren an die Seite, die mit Rat und Tat Hilfe geben können. Das Mentorenprojekt wird gemeinsam mit den IHK und Wirtschaftsjunioren organisiert. Andrea Giesler von den Wirtschaftsjunioren Fulda zeigte sich „überzeugt, dass unser Land mehr neue und innovative Unternehmen braucht.“ Uwe Bergmann von Nethinks in Fulda hat den Hessischen Gründerpreis 2014 als Sponsor unterstützt und wird 2015 als Mentor dabei sein. Er erinnert sich noch an seine eigene Gründung 1997, als es „wenig bis keine Unterstützung bei der Gründung“ gab. Das habe sich gebessert und Bergmann hält es „für wichtig, wenn Unternehmer ihre Erfahrung weitergeben.“

Informationen zur Bewerbung
Der Hessische Gründerpreis zeichnet erfolgreiche und herausragende Gründungen und junge Unternehmen aus. Dabei kommt es nicht alleine auf Umsatz oder Gewinn an. Aber es werden nur Unternehmen ausgezeichnet, die am Markt agieren und deren Gründer für den Lebensunterhalt nicht auf staatliche Mittel angewiesen sind. Nicht preiswürdig sind Konzepte oder Gründungsvorhaben. Dadurch hebt sich der Preis von vielen anderen ab. Bewerben können sich hessische Unternehmen, die zwischen 2010 und 2014 gegründet wurden – eigeninitiativ und auf Vorschlag.

Der Gründerpreis wird in drei Kategorien vergeben:
Mutige Gründung: Start aus einer schwierigen persönlichen Situation, insbesondere – aber nicht nur Gründungen aus der Arbeitslosigkeit
Geschaffene Arbeitsplätze: Die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze ist hier das wichtigste Kriterium
Innovative Geschäftsidee: Innovative Produkte oder neuartige Dienstleistungen werden prämiert

Informationen und Bewerbungsformulare: www.gruendertage-hessen.de

Hessische Gründertage und Gründerpreis
Der Hessische Gründerpreis wird seit 2003 verliehen, seit 2006 ist der „Initiativkreis Gründertage Hessen“ Veranstalter. In ihm sind Akteure der hessischen Gründungsförderung zusammengeschlossen. Ziel ist Information über und Sensibilisierung für das Thema, damit mehr Menschen erfolgreich eine selbstständige Existenz aufbauen. Auch dem Erfahrungsaustausch und der Netzwerkpflege unter Experten der Gründungsförderung dienen die Gründertage. Um einen Impuls für das regionale Gründungsklima zu geben finden sie jährlich in einer anderen hessischen Region statt. Im Rahmen der Gründertage gibt es auch eine Fachtagung für Gründungsförderer.

Bewerberkontakt:
Initiativkreis Gründertage Hessen
c/o KIZ gemeinnützige Projektgesellschaft mbH
Elisabeth Neumann
Telefon 069/66 77 96-204
Hermann-Steinhäuser-Straße 43-47
63065 Offenbach
info@gruendertage-hessen.de

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