Fr. Sep 17th, 2021
Insolvenzen

Die Pandemie ist eine Belastung für das Wirtschaftsleben

In Osthessen sind die Insolvenzzahlen im Jahr 2020 anders als der bundesweite Verlauf angestiegen. Die Pandemie ist eine enorme Belastung für das Wirtschaftsleben. Vergleicht man die beiden Jahre 2019 und 2020 wird die Situation deutlich. Osthessen weist einen Insolvenzanstieg von 22 % zum Jahr 2019 auf.

Dieser Anstieg in Osthessen resultiert vor allem aus den Landkreisen Fulda mit 22 Insolvenzen (2019: 18 Insolvenzen) und Main-Kinzig-Kreis mit 15 Unternehmerinsolvenzen (2019: 11). Wo hingegen im Vogelsbergkreis der Wert zum Vorjahr gleichgeblieben ist.  Das berichtet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Kassel / Fulda Schlegel & Busold KG.

Im deutschlandweiten Vergleich hat sich das gesamte Bundesland Hessen etwas im Gesamtranking verschlechtert, liegt somit mit 52 Unternehmenspleiten gerechnet auf 10.000 Unternehmen über dem Bundesdurchschnitt von 50 Insolvenzen (2019: 59). Die meisten Insolvenzen in Deutschland wurden erneut in Bremen gemeldet, statistisch betrachtet sind dort 98 von 10.000 Unternehmen in die Insolvenz gegangen. Thüringen nach wie vor mit den wenigsten, dort stehen 30 von 10.000 Firmen vor dem aus. Deutschlandweit sinken erneut alle registrierten Insolvenzfälle um 13,4 Prozent auf 16.300 Fälle zum Vorjahr (2019: 18830 Fälle). Das ist der niedrigste Stand seit der Einführung der Insolvenzordnung (InsO) im Jahr 1999.

Aufgrund einiger Großinsolvenzen, wie der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof GmbH mit ca. 28.000 Mitarbeiter, der Klier Hair Group GmbH aus Wolfsburg mit ca. 9200 betroffenen Arbeitsplätzen, dicht gefolgt von dem Gebäudedienstleister Clemens Kleine mit bundesweit rund 4700 Mitarbeitern, belegt die Auswertung bundesweit insgesamt rund 332.000 von der Insolvenz betroffene Arbeitnehmer, eine deutlich höhere Zahl als im Vorjahr (2019: 218.000 Betroffene).

Auch zahlreiche Modeeinzelhändler, wie ESPRIT, Halluber GmbH aus München und BONITA GmbH konnten ihre Existenz nicht aufrechterhalten.

Zusammenfassend kann man für das Jahr 2020 festhalten, dass die Insolvenzzahlen die wirtschaftliche Not der Corona-Krise nach wie vor nicht widerspiegeln. Aufgrund massiven Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung, wie beispielsweise dem erleichterten Zugang zu KfW-Krediten, Zuschüssen für Selbstständige und kleine Gewerbetreibende wie auch Steuerstundungen oder Staatsbeteiligungen, versucht der Staat die Corona-Insolvenzwelle klein zu halten.  Vor allem aber verschleiert die andauernde Aussetzung der Insolvenzantragspflicht die tatsächliche wirtschaftliche Gesamtsituation. Deutschland steckt in der tiefsten Rezession seit Kriegsende.

Das Bruttoinlandsprodukt brach am Anfang und Ende 2020 enorm ein und ist 2021 maßgeblich von der Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (Industrie) abhängig. Diese Auswirkung wird sich im Jahr 2021 in der Insolvenzentwicklung massiv niederschlagen. Insbesondere für Gastronomie, Einzelhandel oder die Messe-, Reise- und Veranstaltungsbranche hat die Rezession massive Auswirkungen auf die Liquiditäts- und Finanzlage. Die Aussicht: Besonders kleine und mittlere Unternehmen fahren derzeit „auf Sicht“ und bleiben im verlängerten Lockdown besonders von Umsatzeinbußen betroffen. Die Hauptlast der aufgestauten Insolvenzen wird sich bei gleichbleibenden Bedingungen erst im Herbst 2021 Bahn brechen. Durch die verlängerte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Covid-19-bedingte zahlungsunfähige und überschuldete Unternehmen bis vorerst Ende April verschiebt sich das Geschehen nochmals nach hinten.

ZEW – Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und Creditreform veröffentlichen eine aktuelle Studie zu den staatlichen Hilfen und deren Folgen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem folgenden Link:

Staatliche Hilfen halten 25.000 Unternehmen künstlich am Leben | News | Creditreform

Kontakt:

Creditreform Kassel / Fulda Schlegel & Busold KG
Niederlassung Fulda

Werner-von-Siemens-Straße 12-14
36041 Fulda
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W.Busold@fulda.creditreform.de
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Von Thomas