So. Mai 9th, 2021
Aktienempfehlung

Die Börse ist angesagt wie selten zuvor, der Grund ist die andauernde Niedrigzinsphase, die dafür verantwortlich ist, dass sich keine Renditen mehr aus den herkömmlichen Sparanlagen wie dem Sparbuch oder dem Tages- oder Festgeld realisieren lassen. Auf der Suche nach rentablen Möglichkeiten landen deshalb viele Anlagewillige zwangsläufig an der Börse.

Darüber hinaus sorgen aber sehr niedrige Handelsgebühren, ebenso wie Absprachen in Online-Foren und nicht zu vergessen die YouTube-Tutorials für einen deutlich höheren Zulauf. Diese an den Börsen neu vertretenen Kleinanleger haben nun dafür gesorgt, dass auch die Aktien angeschlagener Firmen, wie zum Beispiel die Blackberry Aktie, nun wieder einen Höhenflug erleben. Doch ist das wirklich nachhaltig oder steht viel auf dem Spiel für die Kleinanleger?

Trend-Aktien sorgen für nie dagewesene Börsenszenarien
Dass es auf den Finanzmärkten seit jeher turbulent zugehen kann, ist weder ein Geheimnis noch eine Überraschung. Doch was sich aktuell an den US-Börsen zuträgt, ist absolut außergewöhnlich und in dieser Form auch noch nicht dagewesen. Die extremen Kursentwicklungen haben bereits dazu geführt, dass nun sogar die Börsenaufsicht und das Weiße Haus wachgerüttelt wurden.

Auch werden nun Stimmen lauter, die dazu auffordern, striktere Regulierungen wegen der hohen Verlustrisiken einzuführen. Dies scheint erforderlich, weil immer häufiger die Aktien kriselnder Unternehmen für kleinere Anleger, die sich im Internet organisiert haben, zu Spekulationsobjekten werden.

Bereits in der Vergangenheit ließ sich dieses Phänomen bei anderen Unternehmen beobachten, eines davon war beispielsweise der Autovermieter Hertz. Die große Aufmerksamkeit wurde jetzt allerdings durch das Extrembeispiel Gamestop ausgelöst. Nachdem die Aktie um 135 % gestiegen war, brach sie am darauffolgenden Tag zum Handelsstart um 25 % ein.

Den Handel mit Gamestop Aktien sowie auch mit Nokia Aktien hatten die Online-Broker zwischenzeitlich sogar gestoppt.

Gamestop ist nicht die einzige Trend-Aktie
Allerdings ist von diesem extremen Szenario nicht nur die Gamestop Aktie betroffen. Noch vor kurzem galt der Kinogigant AMC als Pleitekandidat. Hier konnte man ähnliche Abläufe beobachten. Nachdem diese Aktie zunächst um 300 % zugelegt hatte, eröffnete sie am Folgetag 30 % schwächer.

Für die gegenläufige Bewegung zeichnen sich die Online Broker verantwortlich. Wegen der extremen Kurskapriolen haben gerade Handelsplattformen, zu denen insbesondere die allseits beliebte Robin Hood App zählt, dies Unternehmen kurzfristig ausgeschlossen. Betroffen davon waren aber auch andere Unternehmen, zu ihnen zählen beispielsweise Kopfhörerhersteller Koss ebenso wie der Smartphone-Pionier Blackberry. Beide gerieten ebenfalls in den Spekulationsstrudel mit entsprechend starken Kursschwankungen.

Grund genug für den Online Broker, den Handel mit diesen übermäßig gehypten Aktien vorübergehend auszusetzen.

Während der Online Broker auf Grund der Kundenbeschwerden zunächst auf technische Störungen wegen einer Überfrequentierung verwies, teilte er in der Folge mit, dass weder Aktien von Gamestop, noch von AMC Entertainment, Blackberry, und vier weiteren Firmen gekauft werden können.

Begründet wurde dieses Vorgehen mit der vorherrschenden aktuellen beispiellosen Situation, da nun die Aktien laut Broker zum „Gegenstand von heftigen, koordinierten Kursspekulationen“ wurden.

So setzte sich das „Börsenchaos“ in Gang
Die Unternehmensaktie von Gamestop lag 2020 bei einem absoluten Rekordtief von 2,57 Dollar. Doch im Januar dann ändert sich plötzlich alles. Zwar kam es hier zu starken Schwankungen, aber die Kurstendenz kannte nur noch einen Weg, und der zeigte ausnahmslos nach oben.

Verantwortlich scheint ein in den USA eher neues Phänomen zu sein. Plötzlich rotten sich massenhaft Kleinanleger in Foren zusammen. Das Ganze findet auf Chat-Plattformen wie Reddit oder Discord in Form von Flashmobs statt. Erklärtes Ziel dieser entstandenen Flashmobs ist es, gezielt bestimmte Aktien zu kaufen.

Ist das noch seriöser Handel?
Analysten sind absolut alarmiert, denn massive Kursanstiege haben nichts mit der Realität zu tun. Auch das Ansehen steht durch diese Vorgehensweise auf dem Spiel, einfach weil dies aus Sicht der Analysten nichts mehr mit seriösem Handel zu tun hat und sogar von außen als Zockerei wahrgenommen wird. Laut dem Experten Jens Rabe ist es unerlässlich, dass die Aufsichtsbehörden hart durchgreifen, da andernfalls die Aktien kleiner Firmen als Spielball missbraucht werden könnten.

Chance oder gefährlich?
Die Antwort lautet beides. Natürlich kann man hier durch entsprechend platzierter Orders durchaus gutes Geld verdienen. Doch wie immer bedeutet eine hohe Rendite auch ein entsprechend hohes Risiko.

Doch wer wirklich eine echte und absolute reale Chance realisieren möchte, der setzt auf eine langfristige Investition. Auch wenn niemand die Kursentwicklung genau voraussagen kann, so sind hier zwei Faktoren entscheidend, gemeint ist die Wirtschafts- und Finanzgeschichte. Beides hat sich langfristig als stabil erwiesen. Aufgrund dessen ist auch davon auszugehen, dass die Aktien auch künftig steigen werden.

Rückblickend betrachtet wächst das Wirtschaftswachstum bereits seit 2000 Jahren stetig an. Mit dem Wachsen der Wirtschaft steigern auch die Unternehmen ihre Gewinne. Auf lange Sicht werden die Aktienkurse entsprechend den Gewinnen folgen. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die Aktienkurse auch in der Zukunft weiter steigen, denn die Weltwirtschaft wird ebenfalls weiterwachsen. Aus diesem Grund ist die Investition in Aktien vor allem für den langfristigen und vergleichsweise sicheren Vermögensaufbau sehr gut geeignet.

Von Thomas