Tiergestützte Interventionen – Pädagogik und Förderung im Lietz Internat Hohenwehrda

Seit dem Schuljahr 2019/2020 wird das Team im Lietz Internat Hohenwehrda durch Frau Saskia Fitzky als „Fachkraft für Tiergestützte Interventionen“ mit ihren beiden Königspudel-Hündinnen Marla (schwarz) und Winnie (braun) unterstützt. Marla, sechs Jahre alt, ist ein ausgebildeter Therapiebegleithund und Winnie, ein Jahr alt, befindet sich aktuell noch in der Ausbildung. Tiergestützte Intervention verbindet die ursprüngliche Soziale Arbeit mit dem lebendigen Element der Natur und der Tiere. Hierdurch ist eine niedrigschwellige Öffnung und somit ein neuer Zugang zur Pädagogik möglich. Förderung wird mit Lebendigkeit gefüllt und wird erlebbar.

Tiere haben auf Menschen eine ganz besondere Wirkung. Jeder Mensch assoziiert etwas mit Tieren. Manchmal sind es gute Erfahrungen, die Freude, Wärme oder Sicherheit empfinden lassen, oder auch schlechte Erfahrungen, die zum Beispiel Angst, Skepsis und Zurückhaltung hervorrufen können.

Ein Tier kann Erinnerungen wecken oder ein Ansporn sein; einen Menschen mit Stolz erfüllen oder Mut machen. Tiere und Natur erhalten heutzutage, in einer Welt die immer digitalisierter wird, einen ganz neuen Stellenwert. Tiergestützte Intervention kann hier ansetzen, um mit Tieren aber auch über Tiere, eine neue Möglichkeit der Kontaktaufnahme und neue Wege in dem Umgang mit Adressaten zu finden.

Wirkungseffekte in der Pädagogik

Die Wirkungseffekte der Tiergestützten Intervention sind vielseitig. Der Fokus liegt in unterschiedlichen Bereichen der Sozialen Arbeit und hier auf verschiedenen Schwerpunkten. Viele Wirkfaktoren lassen sich übertragen und so auch in der Pädagogik umsetzen.

  • Überwindung sozialer Isolation – Tiere werden als Gesprächsgrundlage genutzt. Über Tiere kann man ins Gespräch kommen. Sie bringen Menschen mit dem gleichen Interesse zusammen und unabhängig davon, ob das Tier anwesend ist oder nicht, bietet es eine Vielzahl an Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen.
  • Stärkung des Selbstwertes – Im Umgang mit dem Tier geht es um Versorgung und Pflege, die vom Menschen für das Tier geleistet wird. Der Mensch erfüllt hier einen Nutzen.
  • Nähe und Körperkontakt – Vor allem in sozialen Einrichtungen sind Nähe und besonders Körperkontakt zu Klienten nicht erwünscht. Jeder Mensch hat seine Individualdistanz. Das Bedürfnis nach Nähe steht hier meist im Hintergrund. Tiere bieten die Möglichkeit, einen Körperkontakt und Nähe zuzulassen und das Bedürfnis nach Berührung zu stillen. Einige Tierarten werden gerne gestreichelt und mögen die Nähe zum Menschen.
  • Angstabbau – Ängste können sich abbauen oder sogar komplett auflösen durch die Anwesenheit eines Tieres. Durch die Konzentration auf das Tier ist der Fokus verschoben und die Angst rückt in den Hintergrund. Zusätzlich wirkt das Fell sowie die Körperwärme und die regelmäßige Atmung eines ruhigen Tieres beruhigend auf den Menschen.
  • Fokusverschiebung – Der Fokus des Klienten liegt nicht mehr auf der „Schwäche“ die er mitbringt, sondern auf dem Versuch, die Aufgabe für das Tier zu erfüllen.
  • Motivation – Etwas für jemand anderen, und besonders für ein Tier, zu machen bringt eine höhere Motivation hervor als für sich selbst. Besonders wenn die Notwendigkeit der Übung nicht gesehen wird, wird sie trotzdem für das Tier erfüllt.

Tiergestützte Intervention bietet einen Aspekt in der Arbeit mit Menschen, der seit einigen Jahren immer präsenter wird. Die Bandbreite an Unterstützung und Möglichkeiten, die u. a. durch das Zusammenspiel von Biophilie, Bindungstheorie, Du-Evidenz und Spiegelneuronen ihren Adressaten erreichen können, bilden die Grundlage zu einer funktionierenden Mensch-Tier-Beziehung.

Nähere Informationen dazu auf der Website des Lietz Internats Hohenwehrda Tiergestützte Interventionen – Pädagogik und Förderung

Kontakt:

Lietz Internat Hohenwehrda
Staatlich anerkanntes Gymnasium und Realschule;
Fachoberschule, staatlich genehmigt, Klassen 5-12
Hohenwehrdaer Straße 2
36166 Haunetal – Wehrda
Tel. 06673 – 9299-0
www.internat-hohenwehrda.de

Lietz Internat Hohenwehrda

Realschule, Gymnasium, Fachoberschule, (Kl. 5-12) – Schwerpunkte: Musik, Theater, Kultur, Sport – Das Lietz Internat Hohenwehrda in Hessen unterrichtet Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse Realschule und Gymnasium und führt sie zum Abschluss der Mittleren Reife sowie Fachhochschulreife. Besonderer Wert wird auf die Durchlässigkeit innerhalb der Schulformen gelegt. Ziel ist es, auch Realschülern die Möglichkeit zu bieten, die gymnasiale Oberstufe im Lietz Internat Schloss Bieberstein besuchen zu können. – Kreativ zum Schulerfolg: In Hohenwehrda stehen Musik & Theater im Fokus: Ob Gesangs- oder Instrumentalausbildung sowie Theater und Darstellendes Spiel, Kinder und Jugendliche werden hier durch professionelle Fachpädagogen unterrichtet.

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