Heinrich Gringel bleibt Präsident der Handwerkskammer Kassel

Die Wahlen von Präsidium, Vorstand und Ausschüssen waren das Thema der 126. konstituierenden Vollversammlung der Handwerkskammer Kassel. Das Handwerkerparlament bestätigte sowohl Heinrich Gringel in seinem Amt als Präsident, als auch Johannes Schwarz als Vizepräsident der Arbeitgeber. Für den kürzlich verstorbenen Dieter Hahn wurde Horst Zahn zum Vizepräsidenten der Arbeitnehmer gewählt.

In den 15-köpfigen Vorstand der Kammer zogen Alexandra Kaske-Diekmann, Rolph Limbacher und Reinhard Lachmann neu ein. Die Friseurmeisterin aus Kassel folgt auf den Kasseler Maler- und Lackierermeister Bernd-Peter Doose, der nicht mehr kandidierte. Für den Marburger Elektro-techniker Helmut Henkel, der ebenfalls nicht mehr zur Wahl stand, wurde Rolph Limbacher, Fri-seurmeister aus Marburg, als Nachfolger bestimmt. Der Kfz-Mechaniker Reinhard Lachmann aus Baunatal wurde für Dieter Hahn in das Gremium berufen.

Der alte und neue Präsident Heinrich Gringel ist seit 1994 Mitglied der Vollversammlung. Dem Vor-stand der Kammer gehört er seit 1999 an, ab Juni 2004 als Vizepräsident. Im Juni 2009 war der Bauunternehmer aus Schwalmstadt zum ersten Mal an die Spitze des nord-, ost- und mittelhessi-schen Handwerks gewählt worden. Nach seiner Wiederwahl dankte er der Vollversammlung für ihr Vertrauen und erklärte: „Diese Aufgabe nehme ich mit großer Freude an. Auch wenn wir in den vergangenen fünf Jahren gemeinsam viel erreicht und viel bewegt haben, dürfen wir nicht nachlas-sen. Wir wollen auf dem erfolgreichen Weg der Interessenvertretung weitergehen und wollen das Handwerk und seine Organisation weiter stärken und modernisieren.“

Als wesentliche Themen für die nächsten fünf Jahre benannte Bau-Ingenieur die Sicherung der Nachwuchs- und Fachkräfte und damit verbunden auch den Erhalt des Meisterbriefs als Zugangs-voraussetzung zur Selbständigkeit im Handwerk. Ebenfalls auf der Agenda stehen die Förderung der energetischen Gebäudesanierung und der Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Große Sorgen bereitet dem Handwerk in Nord-, Ost- und Mittelhessen die Ausbildungsplatzsituation, denn immer mehr Lehrstellen bleiben unbesetzt. Hier mache den Betrieben nicht nur die de-mografische Entwicklung zu schaffen, sondern auch der ungebrochene Trend zur akademischen Ausbildung, der dazu geführt hat, dass 2013 die Zahl der Studienanfänger die Zahl der Auszubil-denden zum ersten Mal überstieg. Hinzu komme, dass bundesweit immer noch knapp sechs Pro-zent eines Jahrgangs die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlasse.

„Zum einen müssen wir noch stärker um Abiturienten und Studienabbrecher werben. Zum anderen müssen wir dafür sorgen, dass auch die jungen Menschen ihren Weg ins Handwerk finden, denen der Start in das Berufsleben nicht alleine gelingt“, gab Gringel die Strategie zur Nachwuchswerbung vor. In diesem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass die Imagekampagne des Deutschen Handwerks 2015 mit neuer Ausrichtung in die zweite Runde geht. „Zu Beginn der nächsten fünf Jahre ist ein Perspektivwechsel vorgesehen, weg von der Leistungsschau des Handwerks hin zum „Mach mit“. Damit wird die Kampagne noch mehr auf Jugendliche ausgerichtet.“

Da die energetische Gebäudesanierung der Schlüssel zum Erfolg Energiewende sei, bleibe aus Sicht des Handwerks eine ergänzende steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungs-maßnahmen unerlässlich. Zumal sie sich als das Instrument zur Beschleunigung der Sanierungs-aktivitäten für alle rechnet: „Der Klimaschutz wird befördert, Arbeits- und Ausbildungsplätze werden gesichert und auch der Staat profitiert.“ Denn erwiesenermaßen löst ein Euro eingesetzter Förder-mittel in der energetischen Sanierung das acht- bis neunfache an privaten Investitionen aus und bringt dem Staat mehr ein als er ausgibt. Deshalb müssen sich Bund und Länder schnellstmöglich auf ein steuerliches Anreizmodell mit Breitenwirkung einigen.

Als eine weitere Baustelle identifizierte der Kammerpräsident die Verkehrsinfrastruktur im ganzen Land. „Sowohl unsere Brücken als auch unsere Straßen sind über weite Strecken in einem erbar-mungswürdigen Zustand, weil sie seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahren werden.“ Grund auf Entlastung zu hoffen, gebe es nicht, da vor allem der Lkw-Verkehr deutlich zunehmen werde. „Als Transit-Land in der Mitte Europas ist Hessen von dieser Entwicklung be-sonders stark betroffen.“

Um den Wirtschaftsverkehr nicht zu behindern oder gar zu gefährden und die Kosten nicht nachfol-genden Generationen aufzubürden, sei es dringend an der Zeit, dass Bund und Länder wieder mehr Geld für die Instandhaltung unserer Verkehrswege bereitstellten. Hinzu komme, dass sich auch die Investitionen der öffentlichen Hand in die Verkehrs-Infrastruktur ein gutes Stück weit selbst finan-zierten. „Denn wenn unsere Betriebe mehr Aufträge haben, zahlen sie mehr Steuern und Sozialabgaben, beschäftigen mehr Mitarbeiter, die ihrerseits die Staatskasse wieder mit Steuern und Abgaben auffüllen.“

Der neu gewählte Vorstand der Handwerkskammer Kassel:

Präsident

Heinrich Gringel
Bauingenieur (grad.)
Schwalmstadt

Vizepräsident (Arbeitgeber)

Johannes Schwarz
Zimmermeister
Zierenberg

Vizepräsident (Arbeitnehmer)

Horst Zahn (Neuwahl)
Installateur und Heizungsbauer
Vellmar

Vertreter der Arbeitgeber

Kreishandwerksmeister
Frank Dittmar
Diplom-Ingenieur
Guxhagen
Andreas Gerstenberg
Maler- und Lackierermeister
Witzenhausen

Kreishandwerksmeister
Claus Gerhardt
Diplom-Ingenieur
Fulda
Alexandra Kaske-Diekmann (Neuwahl)
Friseurmeisterin
Kassel

Kreishandwerksmeister
Rolph Limbacher (Neuwahl)
Friseurmeister
Marburg

Kreishandwerksmeister
Fred Schneider
Dachdeckermeister
Biedenkopf

Kreishandwerksmeister
Klaus Stöcker
Diplom-Ingenieur
Bebra

stv. Kreishandwerksmeister
Jürgen Weste
Gas- und Wasser-Installateur sowie
Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister
Bad Wildungen

Vertreter der Arbeitnehmer

Peer Asser
Maurer
Korbach

Holger Ebrecht
Elektroinstallateur
Staufenberg

Helmar Friedrich
Metallbauer
Berkatal

Reinhard Lachmann (Neuwahl)
Kfz-Mechaniker
Baunatal

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