(v.l.): Dr. Thomas Schäfer MdL, Finanzminister des Landes Hessen, Ingrid Manns, BaFin, Marie-Luise Dött MdB, BKU-Bundesvorsitzende, Thomas Günster, Vorsitzender BKU-Fulda (Quelle: BKU)

67. BKU-Bundestagung in Fulda und der Point-Alpha-Stadt Geisa

„Wirtschaft N.E.U. denken“ stand im Mittelpunkt

Fulda und Geisa waren die diesjährigen Tagungsorte des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU). Der Verband, der sich für die praktische Umsetzung christlicher Werte in Wirtschaft und Politik einsetzt und im Zuge seiner Entwicklung in der Nachkriegszeit wichtige Impulse zur Einführung der Sozialen Marktwirtschaft lieferte, lud Experten zum Thema und Diskurs „Wirtschaft N.E.U. denken“.

Nach dem Grußwort von Stefan Schunk, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, führte Dr. Thomas Schäfer, Finanzminister des Landes Hessen, aus, dass die private Altersvorsorge sich nicht so entwickelt habe wie erhofft, die Niedrigzinsphase mache den klassischen Vermögensaufbau in diesem Segment zunichte: „Die Leute sind schon froh, wenn Versicherungen ihnen eine Garantie geben, dass sie das zurückbekommen, was sie eingezahlt haben.

(v.l.): Dr. Thomas Schäfer MdL, Finanzminister des Landes Hessen, Ingrid Manns, BaFin, Marie-Luise Dött MdB, BKU-Bundesvorsitzende, Thomas Günster, Vorsitzender BKU-Fulda (Quelle: BKU)
(v.l.): Dr. Thomas Schäfer MdL, Finanzminister des Landes Hessen, Ingrid Manns, BaFin, Marie-Luise Dött MdB, BKU-Bundesvorsitzende, Thomas Günster, Vorsitzender BKU-Fulda (Quelle: BKU)

Aber was ist das? Wenn man die Inflationsrate mit einbezieht, sind das nur noch 75 %. Versicherungen reden da keinen Klartext. Denn wer will eine Versicherung zu diesen Konditionen?“, fragte er. Altersversorgung neu denken, ist für Schäfer ein Gebot der Stunde. Mehr Kapitalmarktorientierung, die Einbeziehung von Aktien in die Altersvorsorge sei dafür zwingend notwendig. Die Riester-Rente müsse drastisch vereinfacht werden. Laut Schäfer gleiche auch im Stiftungswesen Kapitalerhalt im klassischen Sinn der Kapitalvernichtung.

Dr. Michael Falk, KPMG AG/ Bereich Cyber Security, referierte über aktuelle Anforderungen der Datensicherheit in Unternehmen. Die klassischen „Firewalls“ genügten nicht mehr. Die Kontrollpunkte seien bekannt und können daher leicht umgangen werden. Falk verglich sie mit Radarfallen im Straßenverkehr, die kundige Verkehrsteilnehmer zu umgehen wissen. Das Zusammenspiel von hochkomplexen Kontrollen unterschiedlichster Systeme sei vonnöten, da die „Kronjuwelen“ vieler Unternehmen in Datenmaterial bestehe. Abends begrüßte Bürgermeister Dug Wehner im Apollosaal des Maritim-Hotels die über 100 Gäste und hob hervor, dass die Stadt Fulda wirtschaftliche Stärke mit der Lebensqualität des Unesco-Biosphärenreservats Rhön vereine.

Beim Besuch der Akademie Schloss Geisa begrüßte die neue Direktorin Ricarda Steinbach die Gäste. Dort interpretierte Christine Lieberknecht MdL, Stiftungsratsmitglied Point Alpha und Ministerpräsidentin a.D. des Freistaates Thüringen „Wirtschaft neu denken“ unter dem Aspekt „Chancen durch Umbrüche“. Thüringen sei bestes Praxisbeispiel dafür, in jenen Bereichen vorzupreschen, in denen man traditionell gut sei: von der Wollweber-Zunft zur textilen Materialforschung.

Der thematische Fokus von Dr. Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrates und ehemaliger Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, galt politischem Vorgehen: „Unternehmer müssen Wirtschaft jeden Tag neu denken, sonst werden sie vom Wettbewerb geschluckt. Auch Politik kann neuen Situationen und Herausforderungen nicht mit üblichem Denken in Zuständigkeiten gerecht werden. Neue Situationen bedürfen unkonventioneller, praxisnaher Methodik zur politischen Handlungsfähigkeit. Nur so haben wir damals die Wiedervereinigung geschafft.“ Abschließend führte Berthold Dücker, stellvertretender Direktor der Gedenkstätte Point Alpha, die Gäste über das  Gelände der Gedenkstätte.

Der BKU:

Dem 1949 gegründeten BKU gehören rund 1.200 Inhaber-Unternehmer, Selbstständige und leitende Angestellte an. Der BKU ist in 36 Diözesangruppen gegliedert. In seinen Arbeitskreisen entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und zum Führen mit Werten. Der Verband sieht sich als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik.

Kontakt:

Marie-Luise Dött, MdB,
Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer e.V.
Bund Katholischer Unternehmer e.V.
Georgstr. 18
50676 Köln

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